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Weihnachten im April. Oder: Onlineshopping



Weihnachten lebt von den Geschenken. Hauptsächlich, jedenfalls. Fast vergessen ist der eigentliche Sinn, nämlich der, Zeit mit seinen Lieben zu verbringen und denen eine Freude zu machen. Eigentlich ist es nicht verwundernswert, dass die Geschenke die Hauptperson in unserer Weihnachtsstory spielen, immerhin wird einem schon von Anfang an von einem großen, bärtigen Typ erzählt, der Geschenke macht wenn man lieb und artig ist.
Ich erinnere mich noch an frühere Jahre, kurz bevor die Bescherung war, wie man aufgeregt und hippelig irgendwo rum saß und auf den Moment wartete, in dem man sich unter den Tannenbaum knien konnte und sich dort an die mehr (oder weniger) vielen Päckchen ranmachte. Vorfreude. Die ist ebenfalls schön, weil die Momente viel zu schnell verstreichen. Und wenn dann das Verpackungspapier auf dem Boden liegt, dann freut man sich, oder auch nicht, weil die Familie den Geschmack getroffen hat...oder eben nicht. Trotzdem zieht man dann ein Grinsen auf und bedankt sich, auch wenn man die häßlichsten Socken auf dieser Erde bekommen hat. Es gibt ja auch noch Ebay, denkt man sich dann vielleicht.

Onlineshopping kann (fast) mit Weihnachten mithalten. Jedenfalls im Bezug auf die Geschenke. Auf über hunderten von Seiten werden Produkte angeboten. Klamotten, Möbel, Bücher, Schmuck. Man geht auf diese Seiten, sucht sich einige Produkte aus und gibt dann die Bestellung auf. Dann heißt es Warten. Warten = Vorfreude. Man weiß nun zwar, was man ungefähr bekommt, allerdings kann es immer noch die ein oder andere gute bzw. böse Überraschung geben. Weil das Produkt vielleicht anders aussieht als auf den Bildern, weil man möglicherweise noch eine Kleinigkeit dazu bekommt.
Dann kommt das Päckchen an und es ist in diesem Augenblick so, als würde man unter dem Tannenbaum sitzen und sein Geschenk entgegen nehmen. Dann öffnet man es und so mehr es in diesem Päckchen zu entdecken gibt, desto größer und länger ist auch die Freude. Klar. Jetzt zieht man die Klamotten an, stellt die Möbel auf, beginnt damit das Buch zu lesen oder legt den Schmuck an. Und bald ist dann auch schon wieder dieser Moment vorbei.
Auch ich hab mal wieder Vorbereitungen auf ein kleines Weihnachtsfest getroffen:
 
Blah: Übrings plädiere ich dafür, dass man Kindern gleich von Anfang an sagt: "Das habe ich für dich gekauft/gemacht, weil ich dich liebe und dir eine Freude machen wollte. Darum geht es nämlich an Weihnachten. Anderen eine Freude zu machen" und nicht: "Das hat der Weihnachtsmann (sprich: ein Kerl im roten Mantel, der dich und uns nicht kennt, aber sonst wohl auch nichts zutun hat) für dich abgegeben, weil du dieses Jahr so artig warst (obwohl du noch letzte Woche erst die Uhr absichtlich runtergeschmissen hast, die Wand angemalt hast, blablabla)"
20.4.08 10:13
 


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